|
Berliner Straßentheatergruppe Piquete vor dem Brandenburger Tor Quelle: Wiegand, Helmut (Hrsg.): Theater im Dialog. |
|
Politisches Aktionstheater: Piquete in Berlin Quelle: Wiegand, Helmut (Hrsg.): Theater im Dialog. |
![]() |
Michael Hüttler: Unternehmenstheater - vom Theater der Unterdrückten zum Theater der Unternehmer? Eine theaterwissenschaftliche Betrachtung ISBN 3-89821-508-3 236 Seiten, Paperback. 2005. € 22,00 |
| Unternehmenstheater wird zunehmend
erfolgreich von Consultingfirmen eingesetzt, um bei großen
Unternehmen innerbetriebliche Veränderungen zu begleiten,
Mitarbeiterschulungen durchzuführen, und für vieles anderes
mehr. Bei dieser Art von Theater in und für Unternehmen wird mit
Mitteln gearbeitet, die oft aus dem Repertoire des Theaters der
Unterdrückten stammen. Methoden, die entwickelt wurden, um gegen
Repression und Anpassung und für die persönliche Freiheit des
Menschen zu kämpfen, werden heute dazu eingesetzt, die Gewinne von
Unternehmen zu steigern. Michael Hüttler beschreibt in seiner Studie die dabei eingesetzten Praktiken und verweist auf die ursprünglich konträren Intentionen der Entwickler dieser Methoden in der Theaterpädagogik der 1970er Jahre. |
|
![]() |
Thomas
Haug: "Das spielt (k)eine Rolle!" Theater der Befreiung nach Augusto Boal als Empowerment-Werkzeug im Kontext von Selbsthilfe ISBN 3-89821-486-9 126 Seiten, Paperback. 2005. € 19,90 |
| Das Theater der Unterdrückten
ist ein Theater der Befreiung. Sein dialogisch-emanzipatorischer
Charakter trägt dazu bei, dass Menschen sich ihrer
Fremdbestimmungen, aber auch ihrer Gestaltungs- und
Entwicklungspotentiale bewusst werden. Dadurch können sie sich vom
passiven ZuschauerInnenstatus befreien und zu selbstbestimmten
AkteurInnen im Theater wie im Alltag werden, die eine zunehmend
aktiv-kreative und konstruktiv-kritische Rolle bei der Gestaltung des
eigenen Lebens und seiner Kontexte spielen. Thomas Haug verbindet auf originäre Weise das Theater der Befreiung mit der Selbsthilfe-Idee und dem Empowerment-Konzept und geht dabei hauptsächlich der Frage nach, was das Theater der Befreiung im Hinblick auf Empowerment in der Selbsthilfe bewirken kann und wie die Umsetzung in der Praxis aussehen könnte. Sein Buch handelt von der Kunst der eigenen Art, vom Überschreiten von Grenzen und von anderen Zusammenhängen zwischen Theorie und Praxis, Spiel und Ernst, Privatem und Politischem. Die theoretisch fundierten Ausführungen münden in konkrete Anregungen für die Praxis Sozialer Arbeit. Diese konzeptionellen Überlegungen sollen dazu ermutigen, neue Wege zu wagen, damit emanzipatorisches Selbsthilfe-Empowerment auch in Zukunft eine Rolle spielt! Workshops, Seminare und Projekte des Autors: www.emanzipart.de |
|
|
Helmut
Wiegand (Hrsg): Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch. Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der Unterdrückten Mit einem Beitrag von Augusto Boal ISBN 3-89821-333-1 322 Seiten. Paperback. 2004. € 24,90 |
|
Das Theater der
Unterdrückten erlebt in Deutschland eine Renaissance, nachdem es
jahrelang in sozialpädagogischen Nischen verschwand. Die
emanzipatorische Theatermethode, die in sich Kunst, Selbsterfahrung und
psycho-soziales sowie (sozial-) politisches Probehandeln miteinander
verbindet, will benachteiligten, diskriminierten oder sonstwie
unterdrückten Menschen theatrale Ausdrucksmittel übereignen.
Die Übertragung von Problemen in die ästhetische
Theaterarbeit
eröffnet Möglichkeiten der Distanzierung und schafft
gedankliche und emotionale Freiräume für die
Veränderungen im Alltag oder für gewaltfreie Aktionsformen.
Der Sammelband bietet den Leser/innen Beispiele der Umsetzung dieser Idee, die Partei ergreift, anhand von Projekt-, Gruppen- und Workshopberichten im deutschen und europäischen Kontext. Es finden sich auch grundsätzliche Beiträge, u.a. werden die Rolle des Humors sowie partizipative Ansätze im Forumtheater und Aktionstheaterformen diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist die Darstellung der Theater-Arbeit im interkulturellen Kontext. Mehrere Beiträge aus anderen Ländern zeigen, wie verbreitet die Me-thode ist und wie vernetzt Praktiker/innen in einigen anderen europäischen Ländern (Beispiele: Holland, Österreich, Italien, Kroatien) mit ihr arbeiten. Im Buch finden sich u.a. Beiträge von: Augusto Boal, Aleksandar Bancic, Till Baumann und Harald Hahn, Till Baumann, Katha-rina Lammers und Katrin Wolf, Maria Gorius und Friderike Wilckens - von Hein, Harald Hahn, Meike Herminghausen, Gra-ciet-te Justo, Fritz Letsch, Ronald Matthijssen, Dr. Roberto Maz-zini, Franz-Jürgen Schmitt, Dr. Helmut Wiegand, Dr. Michael Wrentschur, Claudia Zinser, Barbara Santos, Prof. Dr. Dietlinde Gipser, Susan Quick, Sruti Bala, Christoph Leucht und Hannah Reich, Nicola Gast - von der Haar und Dr. Jürgen Weintz. Die Beiträge im Einzelnen: Bancic, Aleksandar: Der Autor zeigt auf, in welcher Weise und in welchen Bereichen das Theater der Unterdrückten in Kroatien wirksam ist. Till Baumann und Harald Hahn: In ihrem Beitrag stellen die beiden Theatermacher ihre Erfahrungen in der Arbeit mit (Straßen-) Theater als Form (entwicklungs)politischer Öffentlichkeitsarbeit dar, „als Alternative zu konventionellen Formen der Auseinandersetzung kann Theater zum emotionalen Türöffner werden, der Menschen auf ungewohnte Weise anspricht und (....) sensibilisieren kann“. Till Baumann, Katharina Lammers und Katrin Wolf: „Zivilcourage im Rampenlicht“ ist ein kultur- und theaterpädagogisches Projekt für Zivilcourage, gesellschaftliche Beteiligung und soziale Emanzipation, das seit Anfang 02 in der Region Halle-Merseburg aktiv ist. In ihrem Beitrag werden die Autoren einen Einblick in ihre Erfahrungen mit der Anwendung emanzipatorischer Theateransätze im regionalen Kontext geben. Methoden und Techniken des Theaters der Unterdrückten spielen hierbei eine zentrale Rolle. Maria Gorius und Friderike Wilckens - von Hein: Die Autorinnen schreiben über ihre Erfahrungen in der Forumtheaterarbeit mit Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Der Beitrag befasst sich mit dem Aufbau und der Entwicklung der Gruppe "Kannadi" am Allerweltshaus in Köln. Er beschreibt die Heranführung der Gruppe an die Idee des Forumtheaters, den Prozess der Themenfindung und die Stückentwicklung im Zusammenspiel mit den Interventionen der Forumtheateraufführungen. Harald Hahn: Der Kabarettist und Theatermacher beschreibt seinen eigenen Zeitungstheater-Ansatz, zeigt die Verbindung zu Boals Zeitungstheater und erläutert die von Boal losgelösten eigenständigen Verfahren (einzelne Schritte, Übungen etc.) seines Ansatzes, der insbesondere in pädagogischen Kontexten benutzt werden und zum spielerischen Verständnis von Text- und Pressearbeit beitragen kann. Näheres hierzu ist auch auf seinen Webseiten zu finden: www.harald-hahn.de Graciette Justo: Als Teilnehmerin eines Blockseminars „Einführung in das Theater der Untedrückten“ im Sommersemester 03 an der Gesamthochschule Kassel beschreibt die Autorin den Verlauf und dokumentiert „Arbeits“-Ergebnisse. „Im Verlauf des Seminars entstanden Spiellust, Gruppengefühl, wie auch Fragen und Tränen. Es war ein Seminar, das seinen Mitwirkenden zum Nachdenken anregte, an Grenzen ging und im Vergleich zu anderen Seminaren ungewöhnlich beeindruckend war und nahe ging.“ Fritz Letsch: Der Theaterpädagoge und Gestaltsupervisor zeigt Parallelen in der Methodik und Philosophie von Boal und Fritz Perls, dem Begründer der Gestalttherapie, auf. In seinem Beitrag geht es dem Autor auch um die geglückten und weniger geglückten Versuche der Theatermacher, z.B. Fassbinder, mit dem Publikum in Dialog zu treten. Meike Herminghausen: Die Autorin beschreibt Forumtheater in der Entwicklungszusammenarbeit anhand ihrer Erfahrung aus zwei Projekten der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und der Europäischen Kommission in Äthiopien und Somalia. Neben der Darstellung der Projekte beschäftigt sich der Artikel mit den Schwierigkeiten und Grenzen von Forumtheater im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, thematisiert werden u.a. strukturelle Probleme, Vorgabe des Themas, Zeitknappheit, die Position der Entwicklungsorganisation im Machtgefüge, die kulturelle Angemessenheit der Methode und die Frage der Verantwortung in brisantem politischem Umfeld. Ronald Matthijssen: Die Theater der Unterdrückten-Aktivitäten haben in den Niederlanden seit 1999 stark zugenommen, es werden seit einigen Jahren Dutzende von Projekten in Schulen, in der Stadtteilarbeit, im Gesundheitswesen, im Sport, in der Sozialarbeit mit Obdachlosen, Inhaftierten und Asylbewerbern durchgeführt. Einige Projekte unterlagen wissenschaftlicher Effektforschung, für 2004 ist die Gründung eines niederländischen Zentrums des TdU geplant. Die Rolle, die das holländische Stichting Formaat bei der internationalen Forschung, Kooperation und Vernetzung der am TdU interessierten Menschen spielt, wird in dem Beitrag auch zur Geltung kommen. Roberto Mazzini: Der Autor beschreibt die Entwicklung des TdU in Italien und geht näher auf die Theatergruppe Giolli ein, die seit 1992 mit Methoden des TdU arbeitet. Einige Giolli-Projekte werden vorgestellt. Franz-Jürgen Schmitt: Der Autor, Teilnehmer einer öffentlichen Forumtheater-Veranstaltung in Marburg/Lahn im Mai 03, beschreibt den Ablauf und seine Eindrücke über den Mitmach-Theaterabend. Dr. Helmut Wiegand: Der Autor und Herausgeber schreibt über das Lachen in Seminaren und Veranstaltungen des Theaters der Unterdrückten. Wie ist Lachen im TdU zu erklären? Wann tritt es auf? Wie können wir es als Praktiker, als Workshopleiter, fördern? Dr. Michael Wrentschur: Der Verfasser gibt eine Einführung über die Rezeption des Theaters der Unterdrückten in Österreich und geht dabei der Frage nach, welche Themen und Arbeitsformen bzw. –organisationen vorranigig mit von der Partie waren. Es fällt auf, dass in der Alpenrepublik seit längerem viele kontinuierlich arbeitende Gruppen existieren. In einem zweiten Schritt stellt der Autor mehrere Projekte der österreichischen Gruppe „interact“ vor. Claudia Zinser und Fritz Letsch: Die Verfasser schreiben über einen Partizipationskongress unter Beteiligung von Jugendlichen. Die Verfasser schreiben über ihre Theaterarbeit mit den Jugendlichen. „In diesem Rückblick möchten wir beleuchten, unter welchen Rahmenbedingungen die Beteiligung stattfand, an welchen Punkten sie erfolgreich war und wo sie kritisch zu überdenken ist. Drei Tage lang haben wir gemeinsam die 32 Jugendlichen auf den Kongress vorbereitet und sie in dessen Verlauf begleitet. Der Rückblick enthält Zitate von Jugendlichen und wird ergänzt durch fünf Erfahrungsberichte, die mit ihrem Einverständnis abgedruckt werden.“ |
|
|
Michael
Wrentschur: Theaterpädagogische Wege in den öffentlichen Raum. Zwischen struktureller Gewalt und lebendiger Beteiligung ISBN 3-89821-381-1 460 Seiten, Paperback. 2004. € 32,00 |
| Wie ist es mit Hilfe von
theaterpädagogischen Methoden möglich, Formen
städtischer
Gewalt bewusst zu machen und zu neuen Handlungs- und
Teilhabemöglichkeiten im öffentlichen Raum und
städtischen Leben anzuregen? Diese aus praktischem und politischem Interesse heraus entstandenen Fragen stehen im Mittelpunkt dieser umfangreichen Forschungsarbeit Michael Wrentschurs, für die Methoden und Konzepte der Theaterpädagogik, wie das „Theater der Unterdrückten“ nach Augusto Boal, grundlegend sind: Das Medium des Theaterspiels wird durch Einbeziehung von Körper und Sinnen, die Orientierung auf das Handeln und durch den Gruppen- Gesellschaftsbezug für vielfältige Lern- und Forschungsprozesse nutzbar gemacht. Theaterpädagogische Zugänge können – so die These – spezifische städtische Gewalt- und Machtverhältnisse nicht nur bewusst machen, sondern in weiterer Folge neue Sichtweisen, Spiel- und Handlungsräume schaffen, die einen bewussten und vielfältigen Umgang mit der Stadt und ihren Gewaltstrukturen ermöglichen. Sie können dadurch zu mehr Lebensqualität und zu mehr Beteiligung am öffentlich-urbanen Leben beitragen. Dies wird ausführlich am Beispiel des universitären Projektstudium „Theater der Unterdrückten, Alltag in der Stadt und öffentlicher Raum“ beschrieben und dokumentiert, bei dem zur Frage von Einschränkungen, Gewalt- und Unterdrückungserfahrungen im öffentlichen Raum und zu möglichen Alternativen geforscht wurde. Das Buch bietet eine Fülle an anregendem Material, es verbindet auf kreative und lebendige Weise Praxis(erfahrungen) mit theoretischen Bezügen (u.a. Virilio, Sennett, Boal) und qualitativen Forschungsmethoden. Außerdem gibt Michael Wrentschur Anregungen für die Entwicklung einer partizipativen und soziokulturellen Stadtentwicklung. Sein vorliegendes Buch richtet sich mit seiner interdisziplinären Orientierung vor allem an Interessierte aus der Theaterarbeit und -pädagogik, Soziokultur, Sozialen Arbeit, Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit, Stadtentwicklung und -planung, Stadtsoziologie. |
|
|
Doris
Kempchen: Wirklichkeiten erkennen • enttarnen • verändern. Dialog und Identitätsbildung im Theater der Unterdrückten ISBN 3-89821-126-6 160 Seiten, Paperback. 2001. € 25,05 |
| Augusto Boals Theater der
Unterdrückten will Menschen dazu befähigen, in Situationen
der
Unterdrückung das eigene Opferverhalten zu erkennen und sich aus
dieser zugeschriebenen Rolle zu befreien. Grundlegend dabei ist der
Dialog zwischen Spielenden und Zuschauenden, in dem verschiedene
Perspektiven und Handlungsstrategien für ein Problem szenisch
dargestellt und diskutiert werden. Die Autorin hat die Arbeit des Zentrum des Theaters der Unterdrückten in Brasilien begleitetet. In diesem Buch setzt sie sich mit der Praxis des seit 1993 in Rio de Janeiro angewandten Legislativen Theaters auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie der emanzipatorische Anspruch des Theaters umgesetzt wird. An welche Bedingungen muss sich die Theaterarbeit orientieren, damit ein gelungener Dialog zwischen Spielenden und Zuschauenden möglich wird? |
|
|
Till
Baumann: Von der Politisierung des Theaters Zur Theatralisierung der Politik. Theater der Unterdrückten im Rio de Janeiro der 90er Jahre ISBN 3-89821-144-4 208 Seiten, Paperback. 2001. € 29,90 |
| "Theater der Unterdrückten" - vielen ist Augusto Boals emanzipatorische Theaterpraxis noch aus den 70er und 80er Jahren bekannt. Lange hatte Boal im Pariser Exil gelebt und war in Europa inzwischen mindestens genauso bekannt geworden wie in seiner brasilianischen Heimat. Doch was ist seit seiner Rückkehr nach Brasilien Ende der 80er Jahre geschehen? Wie und wohin haben er und andere das Theater der Unterdrückten in Rio de Janeiro weiterentwickelt? Diesen Fragen geht Till Baumann in seinem Buch nach. Es handelt von Kultur und Partizipation, von Emanzipation und Kunst, von einer völlig neuartigen Verbindung von Theater und Politik: dem Legislativen Theater - einem Ansatz, der weiter geht als die bisherige Praxis des Theaters der Unterdrückten. Denn so wie die ZuschauerInnen sich im Theater der Unterdrückten aus ihrer Passivität befreien und zu AkteurInnen werden, hören BürgerInnen im Legislativen Theater auf, bloße ZuschauerInnen herrschender Politik zu sein. Es geht um neue Formen von Politik, in denen Theater eine zentrale Rolle spielt und neue Partizipationsmöglichkeiten eröffnet. | |
|
Melanie
Axter: Das Theater der Unterdrückten Augusto Boals und seine Präsentation in der Gegenwart ISBN 3-89821-123-1 160 Seiten, Paperback. 2001. € 29,90 |
| Boals entwickelte Theaterform des
Theaters der Unterdrückten stellt ein zunächst politisch
motiviertes Mitspieltheater dar, daß den Zuschauer aus seiner
Passivität befreien und zum Handelnden machen will. Durch
verschiedenste Anpassungsprozesse hindurch wurden die Methoden des
Theaters der Unterdrückten modifiziert sowie die Orientierung des
Theaters verändert. Diese Entwicklung aufzuzeigen und sie bis in
die Präsentation dieser Theaterpraxis in Erwachsenenbildung und
Theaterpädagogik der Gegenwart hinein zu verfolgen ist Ziel dieses
Buches. Melanie Axter beschreibt den theaterhistorischen Hintergrund Brasiliens und den Verlauf des Theaters der Unterdrückten in Verbindung mit der gesellschaftlichen Situation Brasiliens. Auch die Modifikation von Boals Methoden im europäischen Kontext sowie seine neueste Theaterform des Legislativen Theaters 1993-1996 werden näher erläutert. Sie vergleicht das Theater der Unterdrückten mit dem Lehrstück Brechts, dem Psychodrama von Moreno und der Theaterpraxis Armand Gattis, um durch Überschneidungen und Abgrenzungsversuche die theoretische Zuordnung des Theaters der Unterdrückten zu erleichtern. Die Autorin erläutert die Definition von Theater nach Boal und die Stellung des Zuschauers innerhalb dieser Definition. Sie skizziert - ausgehend von der Körperarbeit - seine grundsätzliche Herangehensweise. Ebenfalls dargestellt werden die wichtigsten Theatertechniken Boals sowie deren neueste Entwicklung und Ausdifferenzierung. Melanie Axter bindet das Theater der Unterdrückten in erwachsenenpädagogische Konzepte des Lernens ein und widmet sich den verschiedenen Ansätzen des Theaters der Unterdrückten in der erwachsenenpädagogischen Praxis. Das Theater der Unterdrückten wird in die theaterpädagogische Diskussion seit den 70er Jahren bis heute einbezogen, wobei untersucht wird, inwieweit Boals politischer Anspruch sich im europäischen Kontext verändert hat oder - auch im Zuge der Ästhetikdebatte innerhalb der Theaterpädagogik - gar seinen Anspruch verliert. |
|
|
Helmut
Wiegand: Die Entwicklung des Theaters der Unterdrückten ISBN 3-932602-33-1 1242 Seiten, 16 Abb. Paperback. 1999. € 15,80 |
| Helmut Wiegand beschreibt und
analysiert an ausgewählten Beispielen die Entwicklung des Theaters
der Unterdrückten seit Beginn der achtziger Jahre. Er nimmt dabei
kritisch und fundiert Bezug auf die Diffusion und Rezeption der
Theatermethode Boals in Deutschland. Er erwähnt an zahlreichen
Stellen seine eigenen Erfahrungen mit dem Theater der
Unterdrückten, das er in Seminaren, Projekten und in der
Fremdsprachenpädagogik seit 1989 anwendet. Helmut Wiegand war es
wichtig, an einigen Stellen der Arbeit Rezipienten der Theatermethode
zu
Wort kommen zu lassen. So wurde beispielsweise eine größere
Forumtheaterveranstaltung mit ca. 180 SchülerInnen, die 1993 in
Mittelhessen stattfand, von ihm mittels eines Fragebogens ausgewertet.
Zwei gesonderte Kapitel zeichnen die Arbeit des Zentrums des Theaters
der Unterdrückten in Paris sowie das Legislative Theater in Rio de
Janeiro nach. Eine Schwerpunktsetzung der Arbeit ist die reflexive
Auseinandersetzung mit dem Forumtheater über lerntheoretische
Betrachtungen, aber auch die Konvergenzen und Divergenzen des
emanzipatorischen Theateransatzes mit dem Psychodrama finden eingehend
Beachtung. Wie das Theater der Unterdrückten in einigen Aspekten
Parallelen zum Theater der mittelalterlichen Wanderbühnen
aufweist,
darüber handelt ein weiteres Kapitel über die Förderung
des spontanen Lachens in Seminaren und Veranstaltungen des Theaters der
Unterdrückten. |
|
Möchten Sie einen Band bestellen? Schicken Sie uns einfach eine e-mail, wir liefern innerhalb Deutschlands versandkostenfrei.